Sonntag, 17. September 2006

Fortsetzung + zweite Woche

Ich hätte meine Sandalen nie am Strand anziehen dürfen, schon gar nicht, wenn sie eigentlich noch zwei Wochen hätten halten sollen. Naja, das Wetter ist Gott sei Dank warm genug und die Wyker Fußgängerzone größtenteils scherbenfrei, wer braucht da schon Schuhe? Gut, ich hätte mir welche kaufen können. Immerhin gibt's drei Schuhgeschäfte nur in Wyk. Die Auswahl war allerdings alles andere als berauschend. Sandalen sind sowieso nur was für Spießer!

Und so war ich dann tatsächlich eine von zwei Verrückten, die im strömenden Regen barfuß auf dem MA-Markt herumgehumpelt sind (der zweite war ein "Bettler" mit auch sonst nicht grade üppiger Garderobe). Das Programm war recht gut, aber nach den ganzen Fidschis in Rom fand ich die Preise doch recht überteuert. Wieso kann man Schuhe auf Föhr nicht von 40 auf zwölf Euro runterhandeln, wenn dasselbe mit Sonnenbrillen in Rom funktioniert? Seufz. Also doch barfuß.

Das Wetter in den nächsten zwei Wochen war recht durchwachsen, was allerdings ganz angenehm war. Zu heiß wurde es jedenfalls nie, so daß ich mir ab und zu ein Rad ausleihen und auch den Rest der Insel genießen konnte. Zweimal bin ich sogar in der Rad'l-Rast eingekehrt, die mit echten bayrischen Brotzeiten und einer Bayernfahne werben. Eigentlich hatte ich ja gehofft, hier endlich meine Sulz zu kriegen (Seit Rom hab ich Appetit auf Sulz. Könnt ihr euch vorstellen, was das für eine Folter ist, wenn man erst im Ausland und danach wieder im Ausland ist? Und wie ekelhaft Fischsulz schmeckt?), aber die haben auch bloß Weißwürste.

Der Strand war natürlich wie immer herrlich und das Wasser mit um die 17° genau richtig zum Baden. Naja, einmal hab ich mich verschätzt mit dem Wasser. Nur weil diese bescheuerte Mittelbrücke im Weg war. Wer hätte schon gedacht, daß man bei Ebbe Richtung Südstrand getrieben wird? Und daß meine Eltern Panik kriegen, nur weil ich um die Brücke rumgeschwommen bin statt um eine Boje?

Der krönende Abschluß im wahrsten Sinne des Wortes war der letzte Abend. Für meine Mutter und mich auf jeden Fall, mein Vater und Bruder waren lieber daheim und haben Koffer gepackt und Auto eingeräumt. Schon wieder eine Arbeit gespart.

Am letzten Abend war nämlich eine Vorlesung der kleinen Meerjungfrau mit Kurt Timm, Klavierbegleitung und roter Grütze mit Vanillesauce. Auch wenn man nicht unbedingt ein Fan von Märchen ist hat es sich gelohnt. Kurt Timms Interpretation war einfach nur noch wunderschön, gerade wenn man in der Pause von der Veranda aus das Meer sehen kann. Und ich habe meine Leidenschaft für dänische Süßspeisen entdeckt :)

Und das war unser letzter gemeinsamer Familienurlaub... seufz. Schee wor's. Aber irgendwann bleib i doch noch durt, Föhr ist zu schön um es gegen irgendein Sternehotel am Mittelmeer einzutauschen :D

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